
Was ist das innere Kind?1
In den ersten Jahren unseres Lebens stellen unsere Eltern bzw. engsten Bezugspersonen für uns die Welt dar. Die Erfahrungen, die wir in der Kindheit machen, haben großen Einfluss darauf, wie wir die Welt auch als Erwachsene wahrnehmen. Denn die Emotionen und Erinnerungen aus dieser Zeit sind immer noch tief in uns drinnen. Dieser Anteil wird als inneres Kind bezeichnet.
Unser inneres Kind hat zwei Seiten, auch als Sonnen- und Schattenkind bezeichnet.
Es gibt den fröhlichen, heilen, verspielten Teil, der mit offenem Herzen und Begeisterung durchs Leben geht. Und es gibt den verletzten, traurigen Anteil, der sich nach Liebe, Geborgenheit und Sicherheit sehnt. Wir spüren ihn vor allem dann, wenn alte Verletzungen hochkommen. Oft drücken wir dann diesen verletzten Anteil weg, ignorieren ihn und reproduzieren dadurch die emotionale Umgebung unserer Kindheit in die Gegenwart und Zukunft. Genau das aber hindert uns, wirklich frei zu sein und ein erfülltes glückliches Leben zu erschaffen.
1zit. Laura Malina Seiler „Rise up and Shine Uni 2022“ sowie Stephanie Stahl „Das Kind in dir muss Heimat finden“ 2023

Die Heilung des inneren Kindes
Die gute Nachricht ist, dass wir als Erwachsene die Möglichkeit haben, uns jederzeit mit unserem inneren Kind zu verbinden und ihm das geben, was es sich damals gewünscht hätte – Aufmerksamkeit, Liebe, bedingungslose Annahme, Lob,… Dadurch heilen wir nach und lösen die alten Verletzungen Stück für Stück auf.
Praktische Übung: Kontakt aufnehmen mit dem inneren Kind
Am besten funktioniert die Kontaktaufnahme mit dem eigenen inneren Kind an einem sicheren Ort, wo man sich wohlfühlt. Frage hier am besten dein inneres Kind: Wie geht es dir? Wie fühlst du dich? Was brauchst du gerade? Wonach sehnst du dich? Wovor hast du Angst?
Gib deinem inneren Kind alles, was es gerade braucht, lass Gefühle zu und versorge es gut.

Praktische Übung: Glaubenssätze auflösen1
Ein wesentlicher Anteil unserer Gedanken, die wir von unseren Bezugspersonen mitgenommen haben, sind Glaubenssätze. Wir erachten sie als wahr, auch wenn sie nicht oder nicht mehr wahr sind. Es ist ein wesentlicher Schritt, sich der eigenen negativen Glaubenssätze über sich oder die Welt bewusst zu werden und diese dann durch konstruktive, also positive zu ersetzen.
Beispiele für negative Glaubenssätze könnten sein: Was ich mache ist nicht gut genug. Ich kann das nicht. Die anderen denken schlecht über mich. Ich bin unwichtig. Ich darf keine Fehler machen.,..
Überlege dir, welche deine persönlichen Glaubenssätze sind. Im nächsten Schritt überlege dir zu jedem Glaubenssatz einen positiven, schönen Glaubenssatz, mit dem du diesen ersetzen könntest.
Beispielsweise: Ich bin wertvoll. Ich darf mir selbst vertrauen. Ich darf auch Fehler machen. Was ich fühle ist wichtig. Andere freuen sich über meine Gegenwart.,..
1zit. Peter Beer, „Achtsamkeit“