Glück durch Sinnerfüllung

Von Eveline Bugajski, MA., BA.  ·  24. Mai 2026

Viktor Frankl und die drei Hauptstraßen zum Sinn

Viktor Frankl1, der Begründer der Logotherapie und Existenzanalyse, geht davon aus, dass ein Mensch durch die Hingabe an eine Sache oder die Liebe zu einer Person den Sinn in seinem Leben finden und dadurch jedes Leid überwinden kann.

Nach Frankl hat jeder Mensch eine große Sehnsucht danach, Sinn in seinem Leben zu verwirklichen. Dies kann er auf drei Wegen erreichen:

1. durch schöpferische Werte, indem er einer Arbeit nachgeht, in die er seine Talente einbringen kann oder ein Werk schafft,
2. durch Erlebniswerte, indem er schöne Erlebnisse in der Natur oder mit anderen Menschen genießt oder
3. durch Einstellungswerte, indem er einem unausweichlichem Schicksal mit entsprechender Haltung begegnet.

Sinn ist somit etwas, das diese Welt zum Positiven verändert. Als Nebeneffekt dieser Sinnverwirklichung stellen sich Glück und Erfolg ein. Die Sinnerfüllung macht den Menschen leidensfähig und frustrationstolerant und befähigt ihn dazu, über jedes Hindernis zu springen.

1Viktor Frankl, geboren 1905 und verstorben 1997 in Wien, war österreichischer Psychiater jüdischer Herkunft und Begründer der Logotherapie und Existenzanalyse, die auch als „dritte Schule der Psychotherapie“ bezeichnet wird. Eines seiner bekanntesten Werke ist „…trotzdem Ja zum Leben sagen“, in welchem er seine eigenen Erlebnisse aus dem Konzentrationslager dokumentierte. Die Logotherapie zeichnet sich durch starke Sinnorientierung aus.

Wundermittel „finale Vorleistung“ im Familienstreit2

Für das gute Funktionieren von Beziehungen betont Elisabeth Lukas, eine Schülerin Viktor Frankl´s, die Wichtigkeit einer finalen Vorleistung, insbesondere in Situationen, wo Familien- oder Beziehungsstreit vorherrschen. Dabei empfiehlt es sich, dass jedes Familienmitglied den ersten Schritt tut, um dem anderen entgegenzukommen. Vorbelastete Dialoge können wieder in Lot kommen, indem jeder auf vorbelastete, angriffige Antworten bewusst verzichtet und willens ist, den anderen „richtig“ zu verstehen.

So logisch es klingt, Gutes mit Gutem und Böses mit Bösem zu vergelten, so sinnwidrig ist es in Wirklichkeit“ Viktor Frankl

Durch die Bereitschaft, selbst Negatives mit Gutem zu „vergelten“, können Beziehungen harmonisiert und ins Positive umgelenkt werden.

Ein Denkansatz, der mir persönlich geholfen hat, „Dramen“ zu umgehen und liebevolle zwischenmenschliche Beziehungen zu etablieren.

2zit. Elisabeth Lukas „der Schlüssel zu einem sinnvollen Leben“


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