
Vom Sinn und Unsinn der Zeitersparnis
»Guten Tag«, sagte der kleine Prinz.
»Guten Tag«, sagte der Händler.
Es war ein Händler, der durststillende Pillen verkaufte. Man schluckt eine Pille pro Woche und hat kein Bedürfnis mehr zu trinken.
»Warum verkaufst du das?«, sagte der kleine Prinz.
»Das bringt eine große Zeitersparnis«, sagte der Händler. »Experten haben dies berechnet. Man kann dreiundfünfzig Minuten pro Woche einsparen.
»Und was macht man mit diesen dreiundfünfzig Minuten?«
»Man macht damit, was man will …«
»Ich würde«, sagte der kleine Prinz, »wenn ich mir dreiundfünfzig Minuten erspart hätte, gemütlich zu einem Brunnen gehen …«1
1Antoine de Saint-Exupéry „Der kleine Prinz“
Entschleunigung im Alltag
Unsere heutige Zeit ist sehr schnelllebig geworden. Täglicher Stress und Hetze verursachen, dass wir in den Überlebensmodus kommen, wo wir Dinge unachtsam erledigen. Wir sind nicht präsent und mies gelaunt, langfristig erschöpft und ausgebrannt. Dies schadet unserer Gesundheit und unseren Beziehungen.
Gezielte Entschleunigung ist daher wichtig, um uns in Balance zu halten und ein glückliches Leben zu führen.

Einige praktische Methoden können uns dabei unterstützen, bewusst im Alltag zu entschleunigen und Lebensqualität zu gewinnen:
Für mich persönlich war es sehr hilfreich, nach einem Arbeitstag ein Übergangsritual einzubauen, um mich auf den Feierabend einzustellen. Ob Radfahren, Arbeitskleidung ablegen und duschen gehen oder ein Spaziergang im Grünen.
Ebenso hilfreich sind bewusste Pausen im Alltag, in denen man -idealerweise ohne Handy- einen Tee genießt oder die Natur beobachtet.
Beruhigend auf unser Nervensystem wirkt des Weiteren klassische Musik, die nachweislich körpereigene Glückshormone aktiviert und Depressionen entgegenwirkt.
Auch Duftöle sind gute Helfer, um unser Nervensystem zu beruhigen. Sie wirken direkt auf das limbische System und können entspannend, angstlösend oder leistungssteigernd wirken. Für Entspannung eignen sich besonders Ylang-Ylang, Rose und Bergamotte.
Eine meiner liebsten Methoden ist die Selbstmassage. Sie löst Schmerzen und Stress auf und führt so zur Entspannung des ganzen Körpers. Dabei ist es empfehlenswert, in kreisenden Bewegungen die Körperregionen Gesicht, Nacken, Schultern, Arme und Hände, Rücken und Gesäß, Füße und Beine, Brustkorb und Bauch zu massieren und zum Schluss auszustreichen.
Eine, mittlerweile sehr beliebte, Entspannungsmethode ist die Meditation. Es wurden bereits zahlreiche Studien zur positiven Wirkung der Meditation auf unsere Gesundheit durchgeführt mit dem Ergebnis, dass sie zur Verringerung der Depressionssymptome, Verbesserung der Stimmung, Stress-Resilienz und Aufmerksamkeitssteuerung führt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten zu meditieren. Für den Anfang eignen sich besonders geführte Meditationen.
Ebenso entspannend auf unser Bewusstsein wirken Fantasiereisen. Dabei werden mithilfe einer angeleiteten Geschichte innere Bilder und angenehme Sinneseindrücke aufgebaut. Oftmals inspirieren Fantasiereisen dazu, Lösungen auf bestimmte Probleme zu finden oder einen sicheren Ort zu imaginieren, der uns entspannt.
Für die tägliche Entschleunigung eignen sich auch Achtsamkeitsübungen. Eine sehr effektive Übung dabei ist, sich zu fragen: Was sehe, was höre, was rieche, was schmecke, was fühle ich? Und dabei jeweils drei bis fünf Eindrücke zu finden und zu beschreiben, beispielsweise das ticken einer Uhr oder den Stuhl auf dem wir sitzen, die Sonne auf der Haut oder die vorbeifahrende Straßenbahn. Dies hilft den Fokus zu schärfen und langfristig bewusster im Alltag zu bleiben.