Selbstliebe und Selbstvertrauen stärken

Von Eveline Bugajski, MA., BA.  ·  01. Juni 2026

Die Geschichte vom angeketteten Elefanten1

…“Dieser riesige, mächtige Elefant, den wir aus dem Zirkus kennen, flieht nicht, weil der Ärmste glaubt, dass er es nicht kann. Allzu tief hat sich die Erinnerung daran, wie ohnmächtig er sich kurz nach seiner Geburt gefühlt hat, in sein Gedächtnis eingebrannt. Und das Schlimme dabei ist, dass er diese Erinnerung nie wieder ernsthaft hinterfragt hat. Nie wieder hat er versucht, seine Kraft auf die Probe zu stellen.“

1Zit. Jorge Bucay, „Komm ich erzähl Dir eine Geschichte“

Wie wir uns selbst wieder mit mehr Liebe, Vertrauen und Wohlwollen begegnen

Wie oft ergeht es uns wie dem Elefanten? Wir fühlen uns ohnmächtig und klein, selbst wenn wir jede Menge Talente und Potenzial hätten. Wir sind uns in manchen Situationen unserer selbst nicht bewusst und stehen womöglich zu wenig für uns und unsere Bedürfnisse ein. Dabei ist gesunde Selbstliebe wichtig, um uns wohl zu fühlen, unsere Ziele zu erreichen, sich abzugrenzen wenn notwendig und langfristig ein glückliches Leben zu führen.

Womöglich haben wir es nicht gelernt, selbst gut mit uns umzugehen. Wenn wir in unserer Kindheit oft die Erfahrung gemacht haben, nicht wegen unserer selbst geliebt und anerkannt zu werden, prägt dies unser Selbstbild und führt häufig dazu, dass wir auch als Erwachsene nicht liebevoll und gut mit uns umgehen, uns wenig zutrauen und selbst abwerten. Die gute Nachricht ist, man kann dies umlernen.

Hier ein paar Tipps für das praktische Leben dazu:

Einer der wichtigsten Schritte ist, zu lernen, sich selbst der beste Freund zu sein. Dabei ist nicht Egozentrik gemeint, sondern Selbstfürsorge. Wir sollten uns trösten, wenn wir Kummer haben, uns loben, wenn wir etwas gut gemacht haben und uns gut versorgen mit dem, was wir gerade brauchen.

Ebenso wichtig ist es, die eigenen Gedanken zu beobachten. Wie häufig kritisieren oder bemängeln wir uns selbst? Hier gilt es, negative abwertende Gedanken zu eliminieren und in positive, konstruktive umformulieren. Beispielsweise statt „Ich kann das nicht“ zu sagen „Ich kann das noch nicht. Aber ich lerne jeden Tag dazu.“

Des Weiteren ist es wesentlich, sich ab und zu was Schönes zu gönnen, beispielsweise sich was leckeres zu kochen, etwas zu unternehmen, das einem Freude macht, auch alleine.
Insbesondere unseren Körper regelmäßig zu verwöhnen mit gesundem Essen, ausreichend Bewegung, und Pflege.

Eine Methode, die mir am meisten geholfen hat, war es, den eigenen Perfektionsanspruch runterzuschrauben und mir einzugestehen, dass auch ich Fehler machen darf und dies gut ist. In einer Welt, die auf Perfektion aus zu sein scheint, ist Mut zur Lücke eine Kompetenz, die es sich zu lernen lohnt.

Ebenso hilfreich, das eigene Selbstvertrauen zu stärken, ist es, sich der eigenen Stärken bewusst zu werden, idealerweise mit einer Liste. Dabei sollten wir uns vor Augen führen, was wir bereits gut können und erreicht haben. Hilfreich dabei kann das Erfolgstagebuch sein, in dem wir Erfolge sammeln und somit den Fokus auf Gelungenes richten.

Des Weiteren ist es förderlich, einen positiven Ausgang der Zukunft zu visualisieren. Dabei kann man sich vorstellen, wie Situationen, die herausfordernd sind, gut verlaufen. Dies unterstützt uns dabei, die Aufregung vor Neuem zu bewältigen.

Auch ist es langfristig förderlich, ein stärkendes Umfeld von Menschen zu wählen, die einen bestärken und unterstützen.

Für die regelmäßige Praxis eignen sich besonders Power Talks. Dies sind bestärkende Sätze, die mit „Ich bin…“ oder „Ich kann…“ anfangen, ähnlich wie Affirmationen und in unser Unterbewusstsein übergehen.

Eine Praxis, die ebenfalls sehr unterstützend beim Aufbau von Selbstliebe ist, ist die Metta-Meditation, auch Liebevolle Güte Meditation genannt. Dabei wünschen wir uns selbst sowie all den Lebewesen Glück, Gesundheit und Frieden.


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