Autor: Seele

Selbstliebe und Selbstvertrauen stärken

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Die Geschichte vom angeketteten Elefanten1

…“Dieser riesige, mächtige Elefant, den wir aus dem Zirkus kennen, flieht nicht, weil der Ärmste glaubt, dass er es nicht kann. Allzu tief hat sich die Erinnerung daran, wie ohnmächtig er sich kurz nach seiner Geburt gefühlt hat, in sein Gedächtnis eingebrannt. Und das Schlimme dabei ist, dass er diese Erinnerung nie wieder ernsthaft hinterfragt hat. Nie wieder hat er versucht, seine Kraft auf die Probe zu stellen.“

1Zit. Jorge Bucay, „Komm ich erzähl Dir eine Geschichte“

Wie wir uns selbst wieder mit mehr Liebe, Vertrauen und Wohlwollen begegnen

Wie oft ergeht es uns wie dem Elefanten? Wir fühlen uns ohnmächtig und klein, selbst wenn wir jede Menge Talente und Potenzial hätten. Wir sind uns in manchen Situationen unserer selbst nicht bewusst und stehen womöglich zu wenig für uns und unsere Bedürfnisse ein. Dabei ist gesunde Selbstliebe wichtig, um uns wohl zu fühlen, unsere Ziele zu erreichen, sich abzugrenzen wenn notwendig und langfristig ein glückliches Leben zu führen.

Womöglich haben wir es nicht gelernt, selbst gut mit uns umzugehen. Wenn wir in unserer Kindheit oft die Erfahrung gemacht haben, nicht wegen unserer selbst geliebt und anerkannt zu werden, prägt dies unser Selbstbild und führt häufig dazu, dass wir auch als Erwachsene nicht liebevoll und gut mit uns umgehen, uns wenig zutrauen und selbst abwerten. Die gute Nachricht ist, man kann dies umlernen.

Hier ein paar Tipps für das praktische Leben dazu:

Einer der wichtigsten Schritte ist, zu lernen, sich selbst der beste Freund zu sein. Dabei ist nicht Egozentrik gemeint, sondern Selbstfürsorge. Wir sollten uns trösten, wenn wir Kummer haben, uns loben, wenn wir etwas gut gemacht haben und uns gut versorgen mit dem, was wir gerade brauchen.

Ebenso wichtig ist es, die eigenen Gedanken zu beobachten. Wie häufig kritisieren oder bemängeln wir uns selbst? Hier gilt es, negative abwertende Gedanken zu eliminieren und in positive, konstruktive umformulieren. Beispielsweise statt „Ich kann das nicht“ zu sagen „Ich kann das noch nicht. Aber ich lerne jeden Tag dazu.“

Des Weiteren ist es wesentlich, sich ab und zu was Schönes zu gönnen, beispielsweise sich was leckeres zu kochen, etwas zu unternehmen, das einem Freude macht, auch alleine.
Insbesondere unseren Körper regelmäßig zu verwöhnen mit gesundem Essen, ausreichend Bewegung, und Pflege.

Eine Methode, die mir am meisten geholfen hat, war es, den eigenen Perfektionsanspruch runterzuschrauben und mir einzugestehen, dass auch ich Fehler machen darf und dies gut ist. In einer Welt, die auf Perfektion aus zu sein scheint, ist Mut zur Lücke eine Kompetenz, die es sich zu lernen lohnt.

Ebenso hilfreich, das eigene Selbstvertrauen zu stärken, ist es, sich der eigenen Stärken bewusst zu werden, idealerweise mit einer Liste. Dabei sollten wir uns vor Augen führen, was wir bereits gut können und erreicht haben. Hilfreich dabei kann das Erfolgstagebuch sein, in dem wir Erfolge sammeln und somit den Fokus auf Gelungenes richten.

Des Weiteren ist es förderlich, einen positiven Ausgang der Zukunft zu visualisieren. Dabei kann man sich vorstellen, wie Situationen, die herausfordernd sind, gut verlaufen. Dies unterstützt uns dabei, die Aufregung vor Neuem zu bewältigen.

Auch ist es langfristig förderlich, ein stärkendes Umfeld von Menschen zu wählen, die einen bestärken und unterstützen.

Für die regelmäßige Praxis eignen sich besonders Power Talks. Dies sind bestärkende Sätze, die mit „Ich bin…“ oder „Ich kann…“ anfangen, ähnlich wie Affirmationen und in unser Unterbewusstsein übergehen.

Eine Praxis, die ebenfalls sehr unterstützend beim Aufbau von Selbstliebe ist, ist die Metta-Meditation, auch Liebevolle Güte Meditation genannt. Dabei wünschen wir uns selbst sowie all den Lebewesen Glück, Gesundheit und Frieden.

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Auszeit vom Wettlauf mit der Zeit

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Vom Sinn und Unsinn der Zeitersparnis

»Guten Tag«, sagte der kleine Prinz.
»Guten Tag«, sagte der Händler.

Es war ein Händler, der durststillende Pillen verkaufte. Man schluckt eine Pille pro Woche und hat kein Bedürfnis mehr zu trinken.

»Warum verkaufst du das?«, sagte der kleine Prinz.
»Das bringt eine große Zeitersparnis«, sagte der Händler. »Experten haben dies berechnet. Man kann dreiundfünfzig Minuten pro Woche einsparen.

»Und was macht man mit diesen dreiundfünfzig Minuten?«
»Man macht damit, was man will …«

»Ich würde«, sagte der kleine Prinz, »wenn ich mir dreiundfünfzig Minuten erspart hätte, gemütlich zu einem Brunnen gehen …«1

1Antoine de Saint-Exupéry „Der kleine Prinz“


Entschleunigung im Alltag

Unsere heutige Zeit ist sehr schnelllebig geworden. Täglicher Stress und Hetze verursachen, dass wir in den Überlebensmodus kommen, wo wir Dinge unachtsam erledigen. Wir sind nicht präsent und mies gelaunt, langfristig erschöpft und ausgebrannt. Dies schadet unserer Gesundheit und unseren Beziehungen.

Gezielte Entschleunigung ist daher wichtig, um uns in Balance zu halten und ein glückliches Leben zu führen.

Einige praktische Methoden können uns dabei unterstützen, bewusst im Alltag zu entschleunigen und Lebensqualität zu gewinnen:

Für mich persönlich war es sehr hilfreich, nach einem Arbeitstag ein Übergangsritual einzubauen, um mich auf den Feierabend einzustellen. Ob Radfahren, Arbeitskleidung ablegen und duschen gehen oder ein Spaziergang im Grünen.

Ebenso hilfreich sind bewusste Pausen im Alltag, in denen man -idealerweise ohne Handy- einen Tee genießt oder die Natur beobachtet.

Beruhigend auf unser Nervensystem wirkt des Weiteren klassische Musik, die nachweislich körpereigene Glückshormone aktiviert und Depressionen entgegenwirkt.

Auch Duftöle sind gute Helfer, um unser Nervensystem zu beruhigen. Sie wirken direkt auf das limbische System und können entspannend, angstlösend oder leistungssteigernd wirken. Für Entspannung eignen sich besonders Ylang-Ylang, Rose und Bergamotte.

Eine meiner liebsten Methoden ist die Selbstmassage. Sie löst Schmerzen und Stress auf und führt so zur Entspannung des ganzen Körpers. Dabei ist es empfehlenswert, in kreisenden Bewegungen die Körperregionen Gesicht, Nacken, Schultern, Arme und Hände, Rücken und Gesäß, Füße und Beine, Brustkorb und Bauch zu massieren und zum Schluss auszustreichen.

Eine, mittlerweile sehr beliebte, Entspannungsmethode ist die Meditation. Es wurden bereits zahlreiche Studien zur positiven Wirkung der Meditation auf unsere Gesundheit durchgeführt mit dem Ergebnis, dass sie zur Verringerung der Depressionssymptome, Verbesserung der Stimmung, Stress-Resilienz und Aufmerksamkeitssteuerung führt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten zu meditieren. Für den Anfang eignen sich besonders geführte Meditationen.

Ebenso entspannend auf unser Bewusstsein wirken Fantasiereisen. Dabei werden mithilfe einer angeleiteten Geschichte innere Bilder und angenehme Sinneseindrücke aufgebaut. Oftmals inspirieren Fantasiereisen dazu, Lösungen auf bestimmte Probleme zu finden oder einen sicheren Ort zu imaginieren, der uns entspannt.

Für die tägliche Entschleunigung eignen sich auch Achtsamkeitsübungen. Eine sehr effektive Übung dabei ist, sich zu fragen: Was sehe, was höre, was rieche, was schmecke, was fühle ich? Und dabei jeweils drei bis fünf Eindrücke zu finden und zu beschreiben, beispielsweise das ticken einer Uhr oder den Stuhl auf dem wir sitzen, die Sonne auf der Haut oder die vorbeifahrende Straßenbahn. Dies hilft den Fokus zu schärfen und langfristig bewusster im Alltag zu bleiben.

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Der Kampf der beiden Wölfe

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Die Geschichte von den zwei Wölfen1

Eines Abends sitzt ein alter Cherokee-Indianer mit seinem Sohn am Lagerfeuer. Schweigend betrachten sie die züngelnden Flammen, als der alte Indianer plötzlich das Wort ergreift: „Weißt du, mein Sohn, wir Menschen tragen zwei Wölfe in unseren Herzen. Wir alle. Und zwischen diesen zwei Wölfen tobt ein Kampf…“

Er hebt den Kopf, sein Blick schweift in die Ferne. Erwartungsvoll schaut der Junge seinen Vater an: „Erzähl weiter, Papa.“

„Nun ja, mein Sohn: Der eine Wolf ist schwarz. Er verkörpert die Schattenseiten des Lebens: Neid und Hass, Missgunst und Gier, Lügen und Schuld, Krankheit und Schmerz.

Der andere Wolf ist weiß. Er steht für alles Gute im Leben: Für Liebe und Zuneigung, Friede und Hoffnung, Dankbarkeit und Güte, für Tugend, Glaube und Mitgefühl.

Seit Menschengedenken wüten diese zwei Wölfe in unseren Herzen…“

Der Blick des alten Cherokee gleitet wieder in die Ferne. Sein Sohn ist nachdenklich geworden. Nach einer Weile fragt er seinen Vater:

„Papa, welcher Wolf gewinnt? Der schwarze Wolf – oder der weiße Wolf?“

Der Vater wendet ihm bedächtig den Kopf zu. In seinen tiefschwarzen Augen funkeln die Sterne, und er schmunzelt: „Mein Sohn, es ist ganz leicht: Den, den du fütterst.“

1Zit. www.achtsamkeitswerkstatt.de

Methoden zur positiven Ausrichtung

Wir alle haben die Wahl, unsere Gedanken und Handlungen in eine positive liebevolle oder in eine negative angst- und stressbehaftete Richtung zu lenken. Jeder einzelne Tag ist wertvoll, denn wir sind, was wir entscheiden jeden einzelnen Tag zu tun. Umso mehr lohnt es sich, die Aufmerksamkeit auf das Leben zu lenken, das wir erschaffen wollen und weniger Fokus auf das zu legen, das wir nicht wollen.

Neben dem Vision Board ist ein Dankbarkeitstagebuch eine effektive Methode, um sich auf Positives auszurichten. Dabei kann man, am besten täglich, drei Dinge aufschreiben, für die man von Herzen dankbar ist. Es reichen schon Kleinigkeiten, wie ein guter Morgenkaffee oder ein schöner Spaziergang.

Ergänzen kann man das Dankbarkeitstagebuch mit einem persönlichen Erfolgstagebuch. Auch hier reichen kleine Erfolge, wie das Aufräumen der Wohnung oder die Erledigung einer aufgeschobenen Tätigkeit.

Ein weiteres effektives Tool zur positiven Ausrichtung sind Affirmationen. Dies sind positive, stärkende Sätze, die wir uns aufsagen oder anhören. Langfristig angewendet helfen sie uns, unser Selbstvertrauen zu stärken, unsere Motivation anzuheben und unsere Ziele zu erreichen. Dabei ist die regelmäßige Wiederholung entscheidend, da unser Gehirn sie somit ins Unterbewusstsein übernimmt.

Um chaotischen Gedanken und Verwirrung vorzubeugen, hilft es oftmals, Struktur in den Alltag zu bringen. Beispielsweise mit To-Do-Listen, in der die anstehenden Aufgaben je nach Wichtigkeit und Dringlichkeit zeitlich gereiht werden. Dies kann auch dabei unterstützen, sich einen Überblick zu verschaffen und Unwichtiges zu verschieben, um Überforderung und Stress zu vermeiden.

Eine bewährte Methode, um Grübeln und Gedankenkreisen zu umgehen, ist ein gedankliches STOPP-Schild. Dabei kann man sich bei jedem destruktiven Gedanken, der es nicht wert ist, weiterverfolgt zu werden, ein Stopp-Schild in Gedanken vorstellen -so lange, bis der Gedanke nachlässt

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Vision Board zur positiven Ausrichtung

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Das Instrument Vision Board

Ein Vision Board ist eine Kollage aus Bildern und Worten, welche die persönlichen Ziele für die Zukunft darstellt. Sie ist eine wirkungsvolle Methode, den Fokus auf Gewünschtes und Positives zu lenken und langfristig die größte Vision fürs eigene Leben zu kreieren und zu verwirklichen.

Es gibt dafür zahlreiche Vorlagen im Internet und mittlerweile lassen sich auch digitale Vision Boards anfertigen.

Mir persönlich hat dieses Tool sehr geholfen, meinen Fokus auf Dinge zu lenken, die ich in meinem Leben erleben und verwirklichen möchte.

Anleitung

Im ersten Schritt empfiehlt es sich, die eigenen Lebensbereiche in Kategorien aufzuteilen, beispielsweise:

Familie, Partnerschaft, Freunde, Beruf, Finanzen, Gesundheit, Spiritualität, Wohnraum, Beitrag für die Welt,..

Im zweiten Schritt kannst du deine Ziele für jeden dieser Lebensbereiche überlegen in Hinblick darauf, wie sich dieser am freudvollsten und schönsten für dich gestalten kann.

Im dritten Schritt kannst du Bilder sammeln oder Zitate und Begriffe überlegen, die dies am besten veranschaulichen.

Im letzten Schritt werden die Bilder und Begriffe dann auf ein Board aus Kork oder Papier gebracht und idealerweise an einem sichtbaren Platz im Zimmer befestigt.

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Glück durch Sinnerfüllung

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Viktor Frankl und die drei Hauptstraßen zum Sinn

Viktor Frankl1, der Begründer der Logotherapie und Existenzanalyse, geht davon aus, dass ein Mensch durch die Hingabe an eine Sache oder die Liebe zu einer Person den Sinn in seinem Leben finden und dadurch jedes Leid überwinden kann.

Nach Frankl hat jeder Mensch eine große Sehnsucht danach, Sinn in seinem Leben zu verwirklichen. Dies kann er auf drei Wegen erreichen:

1. durch schöpferische Werte, indem er einer Arbeit nachgeht, in die er seine Talente einbringen kann oder ein Werk schafft,
2. durch Erlebniswerte, indem er schöne Erlebnisse in der Natur oder mit anderen Menschen genießt oder
3. durch Einstellungswerte, indem er einem unausweichlichem Schicksal mit entsprechender Haltung begegnet.

Sinn ist somit etwas, das diese Welt zum Positiven verändert. Als Nebeneffekt dieser Sinnverwirklichung stellen sich Glück und Erfolg ein. Die Sinnerfüllung macht den Menschen leidensfähig und frustrationstolerant und befähigt ihn dazu, über jedes Hindernis zu springen.

1Viktor Frankl, geboren 1905 und verstorben 1997 in Wien, war österreichischer Psychiater jüdischer Herkunft und Begründer der Logotherapie und Existenzanalyse, die auch als „dritte Schule der Psychotherapie“ bezeichnet wird. Eines seiner bekanntesten Werke ist „…trotzdem Ja zum Leben sagen“, in welchem er seine eigenen Erlebnisse aus dem Konzentrationslager dokumentierte. Die Logotherapie zeichnet sich durch starke Sinnorientierung aus.

Wundermittel „finale Vorleistung“ im Familienstreit2

Für das gute Funktionieren von Beziehungen betont Elisabeth Lukas, eine Schülerin Viktor Frankl´s, die Wichtigkeit einer finalen Vorleistung, insbesondere in Situationen, wo Familien- oder Beziehungsstreit vorherrschen. Dabei empfiehlt es sich, dass jedes Familienmitglied den ersten Schritt tut, um dem anderen entgegenzukommen. Vorbelastete Dialoge können wieder in Lot kommen, indem jeder auf vorbelastete, angriffige Antworten bewusst verzichtet und willens ist, den anderen „richtig“ zu verstehen.

So logisch es klingt, Gutes mit Gutem und Böses mit Bösem zu vergelten, so sinnwidrig ist es in Wirklichkeit“ Viktor Frankl

Durch die Bereitschaft, selbst Negatives mit Gutem zu „vergelten“, können Beziehungen harmonisiert und ins Positive umgelenkt werden.

Ein Denkansatz, der mir persönlich geholfen hat, „Dramen“ zu umgehen und liebevolle zwischenmenschliche Beziehungen zu etablieren.

2zit. Elisabeth Lukas „der Schlüssel zu einem sinnvollen Leben“

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Umgang mit Gefühlen

Emotionsregulation

Der richtige Umgang mit Gefühlen ist wichtig, damit wir langfristig psychisch gesund bleiben.

Oft gestaltet sich dies nicht so einfach, da wir entweder nicht genau wissen, was wir fühlen oder unser Umfeld nicht negativ beeinflussen möchten. Starke Emotionen können jedoch nur gehen, wenn wir sie in einem kontrollierten Rahmen zulassen.

Emotionsregulation hilft uns dabei, unangenehm empfundene Gefühle zuzulassen, richtig einzuordnen und sie auf geeignete Weise zum Ausdruck zu bringen.

„Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt unsere Macht zur Wahl unserer Reaktion. In unserer Reaktion liegen unsere Entwicklung und unsere Freiheit.“ 
zit. Viktor Frankl

Wut
Wut spüren wir körperlich durch eine schnellere Atmung, erhöhten Blutdruck und Muskelspannung. Sie kann Auslöser für impulsives Verhalten sein, das wir im Nachhinein bereuen.

Praktische Übung: Progressive Muskelentspannung1

Nimm dir dabei 20 Minuten Zeit, im Liegen oder in einer bequemen Sitzhaltung. Mache tiefe Atemzüge und lasse den Körper locker und angenehm schwer werden. Spanne nun nacheinander jeden einzelnen Muskel des Körpers etwa 7 Sekunden lang an. Dann löse die Spannung wieder und mache dir 10 Sekunden lang das Gefühl der Entspannung bewusst.

1zit. Nicole Hobiger-Klimes „Achtsamkeit und Resilienz. Gehirn trifft Meditation 2022“

Angst
Angst aktiviert unser Stresssystem und zeigt sich durch Herzrasen, Schwitzen oder Magen-Darm-Beschwerden. Unkontrollierte Angst kann dazu führen, dass wir Dinge vermeiden oder sogar in Panikzustände geraten.

Praktische Übung: Pranayama Atemtechnik

Nimm dir dabei 10 Minuten Zeit bei beruhigender Musik in einer bequemen Haltung. Spüre, wie dein Atem ein- und ausströmt. Atme 4 Sekunden lang ein, halte die Luft für 2 Sekunden an, atme 6 Sekunden lang aus. Wiederhole diesen Zyklus mehrmals, bis sich ein Gefühl der Entspannung einstellt.

Praktische Übung: Bodyscan

Lege oder setze dich bequem auf den Rücken. Atme ruhig ein und aus, spüre, wie sich die Bauchdecke hebt und senkt. Lenke deine Aufmerksamkeit nacheinander auf folgende Körperbereiche: Füße – Knöchel – Waden – Knie – Oberschenkel – Hüften – Rücken – Bauch – Brust – Schultern – Arme – Hände – Hals – Gesicht – Kopf. Bleiben jeweils ein paar Sekunde dort. Was spürst du? Wärme, Kälte, Druck, Kribbeln? Beobachten Sie, ohne zu bewerten und umarme dich gedanklich. Beende die Übung, indem du die einzelnen Körperteile nochmal bewegst und zurück im Raum ankommst.


Trauer führt oft zu Energiemangel, Müdigkeit oder Appetitlosigkeit und kann unser Immunsystem schwächen. Sie zeigt sich durch Rückzug, länger andauernde Niedergeschlagenheit und Grübeln.

Praktische Übung: Hand on Heart2

Gib deine Hand auf dein Herz. Atme sanft, liebevoll und tief in deine Herzgegend. Atme dabei das Gefühl von Leichtigkeit, Sicherheit und Güte in dein Herzzentrum ein. Erinnere dich an den Moment, als du dich ganz sicher, geliebt und wertgeschätzt gefühlt hast. Lass dabei die Gefühle, die dadurch in deinem Körper auftauchen entstehen und durchfließen. Bleib ca. 20 Sekunden dabei, bis sich ein Gefühl von Leichtigkeit und Sicherheit einstellt.

2zit. Nicole Hobiger-Klimes „Achtsamkeit und Resilienz. Gehirn trifft Meditation 2022“

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Inneres Kind

Was ist das innere Kind?1

In den ersten Jahren unseres Lebens stellen unsere Eltern bzw. engsten Bezugspersonen für uns die Welt dar. Die Erfahrungen, die wir in der Kindheit machen, haben großen Einfluss darauf, wie wir die Welt auch als Erwachsene wahrnehmen. Denn die Emotionen und Erinnerungen aus dieser Zeit sind immer noch tief in uns drinnen. Dieser Anteil wird als inneres Kind bezeichnet.

Unser inneres Kind hat zwei Seiten, auch als Sonnen- und Schattenkind bezeichnet.

Es gibt den fröhlichen, heilen, verspielten Teil, der mit offenem Herzen und Begeisterung durchs Leben geht. Und es gibt den verletzten, traurigen Anteil, der sich nach Liebe, Geborgenheit und Sicherheit sehnt. Wir spüren ihn vor allem dann, wenn alte Verletzungen hochkommen. Oft drücken wir dann diesen verletzten Anteil weg, ignorieren ihn und reproduzieren dadurch die emotionale Umgebung unserer Kindheit in die Gegenwart und Zukunft. Genau das aber hindert uns, wirklich frei zu sein und ein erfülltes glückliches Leben zu erschaffen.

1zit. Laura Malina Seiler „Rise up and Shine Uni 2022“ sowie Stephanie Stahl „Das Kind in dir muss Heimat finden“ 2023

Die Heilung des inneren Kindes

Die gute Nachricht ist, dass wir als Erwachsene die Möglichkeit haben, uns jederzeit mit unserem inneren Kind zu verbinden und ihm das geben, was es sich damals gewünscht hätte – Aufmerksamkeit, Liebe, bedingungslose Annahme, Lob,… Dadurch heilen wir nach und lösen die alten Verletzungen Stück für Stück auf.

Praktische Übung: Kontakt aufnehmen mit dem inneren Kind

Am besten funktioniert die Kontaktaufnahme mit dem eigenen inneren Kind an einem sicheren Ort, wo man sich wohlfühlt. Frage hier am besten dein inneres Kind: Wie geht es dir? Wie fühlst du dich? Was brauchst du gerade? Wonach sehnst du dich? Wovor hast du Angst?

Gib deinem inneren Kind alles, was es gerade braucht, lass Gefühle zu und versorge es gut.

Praktische Übung: Glaubenssätze auflösen1

Ein wesentlicher Anteil unserer Gedanken, die wir von unseren Bezugspersonen mitgenommen haben, sind Glaubenssätze. Wir erachten sie als wahr, auch wenn sie nicht oder nicht mehr wahr sind. Es ist ein wesentlicher Schritt, sich der eigenen negativen Glaubenssätze über sich oder die Welt bewusst zu werden und diese dann durch konstruktive, also positive zu ersetzen.

Beispiele für negative Glaubenssätze könnten sein: Was ich mache ist nicht gut genug. Ich kann das nicht. Die anderen denken schlecht über mich. Ich bin unwichtig. Ich darf keine Fehler machen.,..

Überlege dir, welche deine persönlichen Glaubenssätze sind. Im nächsten Schritt überlege dir zu jedem Glaubenssatz einen positiven, schönen Glaubenssatz, mit dem du diesen ersetzen könntest.

Beispielsweise: Ich bin wertvoll. Ich darf mir selbst vertrauen. Ich darf auch Fehler machen. Was ich fühle ist wichtig. Andere freuen sich über meine Gegenwart.,..

1zit. Peter Beer, „Achtsamkeit“

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Freitagabend: Vom „Funktionieren“ zum „Sein“

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Der Freitag trägt oft eine ganz besondere Energie in sich. Für viele von uns ist er die Ziellinie einer langen Woche, geprägt von To-do-Listen, Terminen und Erwartungen. Doch oft passiert etwas Paradoxes: Sobald die Arbeit getan ist, fällt es uns schwer, den „An-Schalter“ für die Erholung zu finden.
„Haben Sie sich schon einmal dabei ertappt, wie Sie am Freitagabend erschöpft auf dem Sofa sitzen und gedanklich schon den Montag planen?“
Den Übergang bewusst gestalten

In der Therapie sprechen wir oft von Schwellenmomenten. Der Übergang vom Arbeitsmodus in die Freizeit ist genau so eine Schwelle. Hier sind drei kleine Impulse für Ihren heutigen Feierabend:

Das „Brain Dump“ Ritual:
Schreiben Sie alles auf, was noch im Kopf herumgeistert, um es bis Montag loszulassen.
Körperlicher Check-in: Wo im Körper sitzt die Woche noch? Atmen Sie tief ein und lassen Sie bewusst locker.
Vom „Müssen“ zum „Dürfen“: Ersetzen Sie Druck-Sätze durch achtsame Formulierungen (z.B. „Ich nehme mir jetzt Zeit zum Essen“).

Ein sanftes Wochenende

Wochenenden müssen nicht produktiv sein. Sie sind dafür da, Ihre Akkus auf die Weise zu füllen, die sich für Sie richtig anfühlt.

Reflexion für heute: Was ist die eine Sache, die Ihnen heute Abend wirklich gut tun würde – ganz ohne Leistungsgedanken?

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